Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Vor zwei Jahren-längst schon zu Zeiten einer Navigation im Auto-taten dies zwei befreundete Personen. Der eine war ich, der zweite mein Freund Herbert Prümmer, Gründer der Stiftung „Zesamestonn“. Wir beide hatten einen kleinen Abenteuerurlaub nach Ungarn verabredet. Wir flogen nach Zagreb/ Kroatien und nahmen uns dort einen Leihwagen. Mobil und flexibel erlebten wir dort einen Superkurzurlaub. Alles lief gut- bis auf die Heimfahrt. Auf dem Rückweg von Ungarn nach Zagreb-Prümmer fuhr- gerieten wir in eine Baustelle mit Umleitung. Ein freundlicher Arbeiter, aber auch Wegweiser, zeigten uns den Umweg den wir nehmen sollten. Mein Mitreisender Freund erklärte sich länderkundig und war fest davon überzeugt den geänderten Weg zu kennen. Mit dem Resultat, dass wir die falsche Ausfahrt nahmen und uns natürlich verfuhren. Nach geraumer Zeit landeten wir dann in einer Verkehrskontrolle, und zwar in Slowenien. Höflich aber bestimmt wurden wir von dem Beamten darauf hingewiesen, dass man in Slowenien eine Vignette benötigt.
Erst nach bezahltem Bußgeld – eine erheblich teure „Knolle“ – erlaubte man uns die Weiterfahrt. Wir fuhren in die neue angegebene Richtung, also wieder zurück nach Ungarn. Den Bauarbeiter sahen wir nun zum zweiten Mal. „Do steht däalltwidder“, amüsierte ich mich. Von dort also weiter in Richtung Zagreb. Prümmer kannte den Weg im Schlaf- behauptete er jedenfalls. So witzelten wir weiter im Auto bis wir bemerkten, dass wir die falsche Richtung auf der Autobahn genommen hatten. Es war so, als wenn man aus der Eifel über die A1 kommt, will nach Köln, nimmt aber die Richtung Aachen. Zum dritten Mal passierten wir somit den uns bereits bekannten Arbeiter. Seine Gesichtszüge und sein Erstaunen erinnerten mich aber an einen schönen Spruch: „Herr, wirf Hirn vom Himmel, oder Steine Hauptsache du triffst“, wird er wohl gedacht haben. Da Prümmer mir ungewollt bereits drei Länder in einem Tag gezeigt hatte, übernahm ich nach kurzer humorvoller Diskussion das Steuer, und wir fuhren endlich in Richtung Zagreb. Der Flieger von Zagreb in die Heimat war natürlich schon weg. Wir waren um Stunden zu spät. Trotz- oder wegen dieser Reiseodyssee und den Widrigkeiten, sowie den Spott untereinander noch ein Spruch der uns beide „Reisenden“ doch eng verbindet: Ein Freund ist jemand der dich mag, obwohl er dich kennt. Weise Worte, wer immer sie gesagt hat.