Die letzten Wochen waren sicher für alle Menschen in der Region und darüber hinaus sehr anstrengend, unsicher und ambivalent: traumhaft schönes Frühlingswetter und die ständige Sorge und Vorsicht, um sich nicht anzustecken oder andere Menschen zu gefährden.
Vor allem aber für die Menschen, die in den Seniorenheimen leben, ist es eine besondere Herausforderung: zu den Einschränkungen, die Krankheit, Alter und Verluste im Leben mit sich bringen, kommt jetzt noch die Isolation hinzu. Keine Feste und Feiern im Haus, keine Ausflüge und vor allem kein Besuch von Angehörigen. Dazu die bange Frage: Wie lange soll das noch so gehen? Wann kann ich meine Enkel wieder sehen, sie in den Arm nehmen? Wird überhaupt noch mal alles so wie früher?

Aber in dieser Zeit spürten Bewohner und Betreuerteam des Geschwister-Louis-Hauses in Vossenack auch, dass die Menschen zusammenrücken, das Bedürfnis haben, einander Freude, Hoffnung und Kraft zu schenken. Und dafür gab es so viele schöne Beispiele, die die Senioren vor allem über die Ostertage zu verstehen gaben: Hallo, wir denken an euch!, Kopf hoch, bleibt stark! Hier, hab ich für dich gemalt, damit du dich freust! Hunderte von selbst gemalten Bildern und liebevoll Gebasteltes erreichten das Seniorenzentrum in den letzten Wochen.

Die Volkis (Volksmusikanten) aus Vossenack boten sich an, spontan am Karsamstag ein Platzkonzert mit Sicherheitsabstand zueinander und zu den Bewohnern im Hof des Altenheims zu geben. „Alle hatten Gänsehaut.“ Mitarbeiter sammeln Grüße von Menschen außerhalb der Senioreneinrichtung und pinnen sie an die leere Veranstaltungstafel: Wir schaffen das gemeinsam!
Täglich gibt das Personal alles, nicht nur in pflegerischer Hinsicht, sondern auch unter dem Aspekt: Was tut gut? Jeden Tag werden im Geschwister-Louis-Haus Spaziergänge angeboten, die Möglichkeiten schaffen, die aufblühende Natur gemeinsam zu genießen. In kleinen Gruppen wird gespielt, viel gelacht, die Gymnastikrunde vertreten, Geburtstag im kleinen Kreis gefeiert, ebenso Wortgottesdienste auf den Wohnbereichen. Man wundert sich, was alles geht und trotz allem, wie gut. „Wir freuen uns über die vielen Aufmerksamkeiten die uns und unsere Bewohner erreichen. Das macht Mut! Und allen, die in dieser Zeit nicht nur an Mehl, Hefe und Klopapier auf dem Einkaufszettel gedacht haben: ein herzliches Dankeschön“, so das ganze Betreuungsteam des Vossenacker Seniorenzentrums.

Gastautorin & Fotos: Gabi Straube