In reizvoller Natur – vom Grün der Wiesen und Wälder umgeben – erhebt sich das Kloster Steinfeld über einen Höhenzug der Nordeifel. Mit den drei charakteristischen Kirchtürmen seiner Basilika aus dem 12. Jahrhundert gehört Kloster Steinfeld in seiner Gesamtanlage zu den bedeutendsten mittelalterlichen Baudenkmälern des Rheinlandes. Ort einer lebendigen, über tausendjährigen Kultur und Tradition. Unsere Gesellschaft entwickelt sich und der Wandel der modernen Zeit beeinflusst auch das Kloster Steinfeld. Die Werte des Klosters bleiben bestehen, was sich wandelt ist aber die Technologie, die Möglichkeiten der Kommunikation und des Miteinander. Klöster waren schon im Mittelalter die ersten Hotel- und Restaurationsbetriebe Akademie zieren die Wände. Aber auch in den Zimmern des alten Gästehauses im klösterlichen Ambiente findet man mit 50 Zimmern, und damit gesamt 200 Betten, Ruhe und Muße in der Geborgenheit der Jahrhunderte alten Klostermauern. „Hier ist besonders das Engagement unseres starken Partners die Familie Scheidtweiler aus Pforzheim zu nennen, die sich in den letzten Jahren wesentlich zum Fortbestand des Gästehauses, der Gastronomie und weiter Teile des Klosterareals sehr stark eingebracht hat. Insgesamt über 100 Mitarbeiter ermöglichen so das Leben und die zahlreichen Aktivitäten hier im Kloster“, so Christoph Böhnke – Gastgeber und Gästehausleiter. „Es wurde vieles unter schwierigen Umständen auf den Weg gebracht, auch außergewöhnliche Renovierungen, wenn auch unter großen finanziellen Anstrengungen. Das Kloster ist gefüllt mit Leben, mit Aufbruch und Dynamik“, legt Christoph Böhnke nach. Trotz all dieser neuen Maßnahmen hat die weitverzweigte Klosteranlage fast nichts von ihrer Ruhe und Erhabenheit gelassen. Ora et labora: Neben dem Beten ist Arbeiten ein wesentlicher Bestandteil des Klosterlebens. So lässt es sich in klösterlicher Ruhe, und in Räumlichkeiten von 10-200 Personen auch modern tagen. In der Akademie veranstaltet das Kloster seit über 25 Jahren Seminare, auch mit Themen wie Besinnung, Meditation, Entspannung, Selbsterfahrung oder Wanderexerzitien. Genuss für Gaumen und Gemüt bietet das Klostercafé mit dem übergehenden Klosterladen. Neben Eifeler Köstlichkeiten, Senf, Steinofenbrot, Klosterbier , Steinfelder Klosterhonig und Eifel- Whisky findet man eine große Auswahl an geschmackvollen Devotionalien, besinnlicher oder regionaler Literatur und himmlischen Geschenkideen. „Egal ob man sich erholen möchte, eine Tagung oder ein Seminar durchführen will, sich in der Akademie weiterbilden möchte oder ein außergewöhnliches Ambiente zum Feiern sucht, im Kloster Steinfeld finden sie entsprechende Angebote”, erläutert Christoph Böhnke. Das Kloster Steinfeld war einst Zentrum des geistigen Lebens der Prämonstratenser. Obwohl seine Anfänge bis circa 920 zurückreichen, erfolgte die klösterliche Niederlassung in Steinfeld erst 1070. 1130 wurde es schließlich von den Prämonstratensern übernommen. Die durchgehende Reihe von 44 Äbten wurde erst 1802 durch die staatliche Einziehung oder Nutzung kirchlicher Besitztümer beendet. Danach diente die Anlage weltlichen Zwecken, die Basilika wurde als Pfarrkirche weiter genutzt. Seit 1916 setzen die heutigen Bewohner des Klosters, die Salvatorianerinnen und Salvatorianer das geistige und geistliche Erbe der Prämonstratenser fort. Am 8. September 2018 konnte die Salvatorianische Familie auf den 100. Todestag von Pater Franziskus Jordan zurückblicken. Er war der Gründervater des Ordens. P. Franziskus Maria vom Kreuze Jordan , so sein Ordensname. Die große bronzene Statue im Innenhof erinnert an ihn. Der Gründungstag des männlichen Zweiges der Salvatorianer wurde der 8. Dezember 1881. Im Dezember 1888 gründete er mit Freifrau Therese von Wüllenweber den weiblichen Zweig. Der Zweck war die äußere und innere Mission. 1923 kamen die ersten Mitbrüder mit dem Auftrag nach Steinfeld, einen Ort der Bildung, ein Gymnasium und Internat für Jungen aufzubauen.1924 wurde das heutige Hermann- Josef- Kolleg gegründet, welches derzeit 700 Gymnasiasten besuchen. Dem Auftrag von Pater Jordan bis heute verbunden fühlen sich acht Mitbrüder und vier Schwestern in der Gemeinschaft Steinfeld. Das geschieht durch Mitarbeit und Prägung der Schule, in Mitarbeit im Gästehaus, in der Seelsorge, und der Förderung und Betreuung der Wallfahrt zum Hl. Hermann- Josef. Wer die päpstliche Basilika in Steinfeld betritt findet in der Mitte des Hauptschiffs das Grabmal des Heiligen. Wie groß die Beliebtheit des „Eifelheiligen“ heute ist, zeigen die hohen Besucherzahlen bei den Gottesdiensten und den jährlich gefeierten Hermann- Josef- Dienstagen in Vorbereitung auf das Hermann- Josef- Fest mit der Erhebung der Gebeine , dem Pontifikalamt und der anschließenden Reliquienprozession. Der Legende nach schenkte Hermann- Josef dem Marienstandbild in der Kölner Kirche Maria im Kapitol einen Apfel. Daher wird er auch als „Apfelheiliger“ bezeichnet. Wie auch bei dem Marienbild in Köln so werden auch heute noch im Kloster Steinfeld frische Äpfel auf seinen Sarkophag in der Basilika gelegt. Weltberühmt ist die Basilika auch für ihre einzigartige barocke König-Orgel von 1727 mit ihrem wundervollen Klang. Organisten aus aller Welt geben hier Konzerte. Das Leben und die Arbeit in der Klostergemeinschaft funktioniert also auch nach modernem Wandel. Das Kloster ist gleichzeitig ein Ort der Beschleunigung und Begegnung, und stellt sich auch in Zukunft den neuen Herausforderungen. Im Herzen der Nordeifel ist es auch Ausgangspunkt für abwechslungsreiche Wanderungen, Ausflüge, und Freizeiteinrichtungen.

Foto: BVL

Hinweis: Der diesjährige Weihnachtsmarkt im überdachten, wetterunabhängigen Kreuzgang und weiteren Räumen findet am 7. und 8. Dezember 2019 statt.