Menschen mit Beeinträchtigungen durch Alter oder Gesundheit möchten gerne weiter in ihrem häuslichen Umfeld leben. Aber viele Tätigkeiten fallen Ihnen schwer. Kleine Unterstützungsleistungen wie Hilfe beim Zubereiten von Mahlzeiten, Unterstützung beim Einkaufen, Reinigen der Wohnung, Begleitung bei Arztbesuchen und viele andere Hilfeleistungen würden es Ihnen ermöglichen, weiterhin in ihrer Wohnung zu leben. Der Gesetzgeber spricht hier von „niederschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten“.

Was ist das genau? Es handelt sich um individuelle personenzentrierte Leistungen zur Betreuung und Unterstützung von Pflegebedürftigen (ab Pflegegrad I) sowie zur gezielten Entlastung pflegender Angehöriger und anderer privater Pflegepersonen. Dabei unterteilt man allgemein in Betreuungsangebote für Menschen mit einem besonderen Betreuungsbedarf im eigenen häuslichen Umfeld, in Angebote zur Entlastung im Alltag, die gezielt zu einer Entlastung des Pflegebedürftigen erbracht werden. Neben hauswirtschaftlichen Leistungen, Begleitungen und Assistenz, umfassen diese Angebote auch Hilfen zur Tagesstrukturierung und Freizeitgestaltung. Des weiteren in Angebote zur Entlastung von Pflegenden, die darauf ausgerichtet sind, pflegende Angehörige oder Freunde bei der Bewältigung des Pflegealltags zu beraten, zu unterstützen und bei der Organisation der Pflege helfend mitzuwirken.

Eine Seniorenbetreuerin oder ein Seniorenbetreuer unterstützt ältere Menschen dabei, die eigene Selbständigkeit zu bewahren, sie bei Behördengängen und Arztbesuchen zu begleiten, die ambulante Pflege zu organisieren, die Haushaltsführung zu übernehmen oder den zu betreuenden Personen in schweren Stunden beizustehen.

Wer übernimmt die Kosten für die Angebote zur Unterstützung im Alltag?
Pflegebedürftige Menschen ab dem Pflegegrad I, die ambulant im häuslichen Bereich versorgt werden, haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von 125,- Euro pro Monat. Dieser Entlastungsbetrag kann zweckgebunden für die Inanspruchnahme von Angeboten zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden (Vgl. § 45b Abs. 1 SGB XI).

Der Entlastungsbetrag wird zusätzlich zum Pflegegeld oder zu den Pflegesachleistungen von der Pflegekasse gewährt. Allerdings wird er nicht ausgezahlt, sondern muss zweckgebunden für entsprechende Leistungen eingesetzt werden. Eine Kostenerstattung erfolgt entweder durch Einreichung der Rechnung bei der Pflegekasse oder durch Abtretung der Kostenerstattung. Nicht verbrauchte oder abgerufene Entlastungsbeträge können bei der Pflegekasse „angespart“ und in das nächste Kalenderhalbjahr übertragen werden. Nicht verbrauchte Ansprüche verfallen am 30.06. des Folgejahres.
Für pflegebedürftige Menschen ab dem Pflegegrad II gelten weitere Regelungen.

Der Leistungskatalog ist umfangreich und kann individuell vereinbart werden.

  • Kreative Angebote (Malen, Basteln, Handarbeiten, etc.)
  • Hauswirtschaftliche Angebote (Backen, Kochen etc.)
  • Anregung und Unterstützung sozialer Kontakte
  • Begleitung von Spaziergängen
  • Begleitung zu Ausflügen und Veranstaltungen
  • Begleitung/Hilfestellung zum/beim Einkaufen
  • Beratung/Unterstützung zur Planung und Strukturierung des Tagesablaufes
  • Entspannungsübungen
  • Gespräche führen /Unterhaltung fördern
  • glaubensbezogene Betreuung und Begleitung
  • Orientierungstraining
  • Gedächtnistraining
  • Sprach- und Essübungen
  • Biografie-Arbeit
  • musikalische Angebote
  • Hilfen beim Zeitungs- und Bücherlesen (auch vorlesen)
  • Reinigungs-, Putz- und Aufräumarbeiten
  • der Erledigung des Einkaufs
  • Kochen von Mahlzeiten
  • der Wäschepflege
  • der Organisation des Haushalts
  • sonstigen Angelegenheiten im Haushalt
  • Arzt- /Apothekenbesuchen
  • Behördengängen
  • Antragsstellungen
  • Tagesstrukturierung
  • Freizeitgestaltung