Eifeler Krippenbaumeister verblüffen mit grandioser Krippenszene

Wer die Gelegenheit hat, einmal einen Blick in die Dioramen-Krippe der Krippenbaumeister Karl-Heinz Halmes aus Rocherath, Ferdi Sassmann aus Kall und Reinhold Schmitz, Vorsitzender der Hauskrippenbauer Monschauer Land-Höfen, zu werfen, der möchte nicht nur wegen des religiösen Inhalts niederknien, sondern aus Ehrfurcht vor ihrer unglaublichen Arbeitsleistung und des entstandenen Kunstwerkes. Was für eine Krippe!

Wer vor dieser Krippenszene steht, die die Geburtsszene Jesu kurzerhand und bis ins kleinste Detail in der Monschauer Altstadt zeigt, der fragt sich unwillkürlich, wie so etwas möglich ist und wie genau die drei leidenschaftlichen Krippenbauer der Extraklasse das gemacht haben. Perspektivisch genau, an hunderten von Fluchtpunkten ausgerichtet, hat der Betrachter den Eindruck, als Zeitreisender mitten in Monschau zu stehen und mit den versammelten Hirten direkt vor der Krippe zu stehen. Das Kunstwerk, das akribisch auf Stadtplänen und vielen Fotos basiert, gaukelt einen 3 D – Effekt vor, den es aber tatsächlich gar nicht gibt. Aber die analogen Arbeiten wirken verblüffend dreidimensional. Wer genau hinschaut sieht, dass die Figuren im Vordergrund größer angelegt sind, als die im Hintergrund. Dass die Fenster der gezeigten Monschauer Häuser sich, nach hinten in die zur Schau gezeigten Szene, verjüngen – ganz genau so, wie wir die Welt mit unseren Augen wahrnehmen.

Halmes, Sassmann und Schmitz „leiden“ schon seit schon seit Jahrzehnten an dem „Krippenbauer-Virus“ und investieren unglaublich viel Zeit für ihre Passion. Alleine für die Krippenszene in der Monschauer Altstadt wurden bis Mitte November mehr als 1000 Arbeitsstunden investiert – und bis zur Fertigstellung werden sicher noch etliche folgen. Dazu versammeln sie sich in der Werkstatt von Karl-Heinz Halmes im belgischen Rocherath bei Büllingen. Ihr ehrgeiziges Ziel, für die kommende Weihnachtszeit gleich sechs Dioramen-Szenen herzustellen, haben sie inzwischen auf drei reduziert. „Zu viel Arbeit, zu wenig Zeit“, so die drei. Eine weitere Szenerie wurde kurzerhand in die erste Etage von Café Kaulard am Monschauer Marktplatz gelegt. Dort hinein platzierten die Krippenbaumeister „die Verkündigung an Maria“. Selbst durch die kleinen Fenster der Stube schaut man – perspektivisch perfekt – auf Monschaus Markt.

„Wir machen alles in Handarbeit“, hört sich erst mal etwas lapidar an und wird der Aussage in keiner Hinsicht gerecht. Die Aufbauten der Dioramen bestehen aus großen Styrodurplatten. Doch bevor die mit Bleistiften und Bürsten bearbeitet werden, wird dazu noch eine Schicht Styrodur aufgetragen. Darauf entstehen dann beispielsweise die täuschend echt aussehenden Häuserfassaden und später die einzelnen Fenster aus Balsaholz und Plexiglas.

Alleine für die Krippenszene hat der 67-Jährige Reinhold Schmitz 45 Fensterchen gebaut. Und weil die am Ende nicht richtig passten, musste er gleich noch mal ran. Das einzige, das nicht in der Rocherather Werkstatt hergestellt wird, sind die tönernen Krippenfiguren. Die kommen aus Neapel vom bekannten italienischen Künstler Salvatore de Francesco. Die Einkleidung der Figuren nach historischen Vorbildern, wird wieder in Rocherath vorgenommen. Wenn dann die aufwendigen und kleinteiligen Arbeiten der Szenen abgeschlossen sind, wird alles in einem 2,20 Meter hohen und 1,50 Meter breiten Holzkasten eingebaut. Die Betrachter stehen dann am Ende vor einer Art großen Schrank, der auf Sichthöhe und hinter Glas die Szene zur Bewunderung freigibt – atmosphärische Innenbeleuchtungen inbegriffen.

Weltkrippenkongress-Ausstellung auch in Monschau

Wann diese Kunstwerke, die aufregendsten Krippendarstellungen, die nicht nur die Eifel noch nie gesehen hat, zu bestaunen sind? Auch in Monschau. Am 19. Januar 2020, von 10 bis 17 Uhr, im Aukloster. Organisiert wird die Ausstellung von den Krippenbauer Monschauer Land. Dort werden dann Krippen des Vereins Hauskrippenbauer Monschauer Land präsentiert – insgesamt ca. 60 Krippen, davon ca. 25 Dioramen Krippen. Darüber hinaus zeigt Krippenbaumeister Ferdi Sassmann seine fast komplette Krippensammlung. Unterstützt wird die Ausstellung durch Karl-Heinz Halmes, der auch die Ausstellungsleitung beim aufwendigen Aufbau übernommen hat.

An dem auch in Aachen/Euregio Maas Rhein stattfindenden 21. Weltkrippenkongress (15. bis 19. Januar) der unter dem Motto „Die Krippe verbindet“ steht, beteiligen sich Vertreter aus 21 Krippenvereinigungen aus Europa, Brasilien, Argentinien, Kolumbien und den USA. Er wird organisiert von den Rurdorfer Krippenfreunden, dem Verein Vrieden van der Kerstgroep Nederland und dem Verband der Krippenfreunde Belgiens mit Sitz in Losheim. Neben Ausstellungen in den Niederlanden und Belgien, macht die Ausstellung neben Aachen auch in Monschau Halt. Ebenso wie in anderen Kirchenkrippen in Aachen-Burtscheid, Brand, Monschau-Konzen und beim singenden Hirten in Monschau-Höfen.